Bayernrundfahrt Einzelzeitfahren in Berching am 29.05.10

Gestern wurde in Berching die 4. Etappe der Bayernrundfahrt ausgerichtet. Es war ein Einzelzeitfahren über 27,8 km und dabei mussten 2 knackige Berge bewältigt werden.
Der Veranstalter hat sich im Gegensatz zu den Jahren davor, dazu entschieden das Jedermann-Rennen auch als Zeitfahren durchzuführen.
Die Jedermänner kamen mittags an den Start, danach waren 8 Paracycler dran.
Im Anschluß kamen dann die Profis an den Start mitten am Marktplatz in Berching auf die Rampe.
Leider hatte ich an diesem Tag ein wenig Probleme einen fahrbaren Untersatz zu bekommen.
Sprich meine Eltern brauchten das Auto, welches ich mir meistens ausleihen kann, da ich nur 10 Fahrräder habe, aber kein Auto ist das immer ein organisatorisches Problemchen.
Eine Stunde vor meinem Start, war ich aber dann trotzdem in Berching angekommen und konnte mich doch noch eine Viertelstunde auf der Rolle mit meinem Cube Aerium HPC warm fahren.
Um 12:48 Uhr stand ich dann guter Dinge und voller Energie auf der Rampe. Ein fantastisches Publikum feuerte das Paracycling-Team an und man konnte sich gut vorstellen, wie sich so ein Profi dort oben fühlt.
Gleich die ersten Meter waren ziemlich anspruchsvoll, da ich ohne Prothese über das rumpelige Kopfsteinpflaster hoppelte. Ich merkte jedoch gleich, dass auf dem großen Blatt die letzten 3 kleinen Ritzel nicht sauber reingingen.(Da hätte ich doch wohl besser meinen Trainer nochmals schrauben lassen sollen.)
Dabei überlegte ich nicht lange und schaltete sofort auf das kleine Blatt, da der 1. Berg schon vor mir wartete. Es machte mir sehr viel Spaß trotz großer Anstrengung, aber die Zuschauer auf der Strecke waren zahlreich vertreten. Man kann sagen in jedem Dorf und an den Bergteilen waren lauthals anfeuernde und stark applaudierende Leute am Wegrand. Das motiviert ungemein, dass man das Gefühl hat man fährt ein km/h schneller.
Bei km 18 kam dann aber doch die Ernüchterung, denn das Führungsmotorrad für Wolfgang Sacher überholte mich und kurz darauf kam er an mir vorbeigeprescht. Wolfgang fährt einfach in einer anderen Liga und man kann nur den Hut ziehen, wie der Paralympic-Goldmedaillen-Gewinner von Peking die enorme Anstrengung so locker aussehen lässt.
Mit 76 km/h in der letzten Abfahrt rollte ich mit vollem Speed in Richtung Berching und freute mich die letzten Meter über die sturzfreie Fahrt und die tollen Zuschauer im Ziel.
Gleich im Anschluss, fand die Siegerehrung statt und da merkte ich dann bald, dass ich doch nicht so schlecht war, denn mit 2:03 min. Abstand auf Sacher belegte ich den 2. Platz in einer Zeit von 43:48 min., vor Klaus Lungershausen, der mit 36 sec. Rückstand hinter mir ins Ziel gespurtet war.
Tilmann Rieger überreichte mir auf dem Podest einen Blumenstrauß und wir liessen uns dann von den jubelnden Zuschauern eine Weile feiern.
Danke für das hervorragend organisierte Rennen und viel Glück für das nächste Jahr, damit es im Jahr 2011 auch noch das letzte Etappenrennen in Deutschland geben kann.
Dann kommen wir bestimmt gerne wieder, versprochen Til.
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